Adventliche Grüße

18.12.2015 10:39

 Im Folgenden finden Sie einen Weihnachtsgruß unseres geistlichen Beirats Pater Martin Leitgöb.

 

Werte Mitglieder von Sdružení Ackermann-Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2015, auf welches wir zurückblicken, war politisch und gesellschaftlich ein unruhiges Jahr. Seit mehreren Jahren spüren sensible Menschen, dass die Zeiten eher schwieriger als einfacher werden. Dieses Gefühl hat sich im letzten Jahr verstärkt. Europa und die einzelnen Länder in Europa mussten sich mit verschiedensten Krisen auseinandersetzen und sind in dieser Auseinandersetzung noch nicht an ein Ende gelangt: die Krise zwischen Russland und der Ukraine, die Währungskrise in Griechenland, die Migrations- und Flüchtlingskrise und schließlich die Krise, welche der verbrecherische Terrorismus ausgelöst hat. Einige andere Krisen kennen wir bereits seit längerer Zeit, doch auch sie bleiben weiterhin aktuell: Gier und Rücksichtslosigkeit, Orientierungslosigkeit und Gleichgültigkeit, Egoismus und mangelnde Solidarität, um nur einige zu nennen. Mitten in dieser unruhigen Zeit feiern wir Weihnachten. Wir feiern die Geburt des Gottmenschen Jesus Christus. Wenn wir als Christen aus einer universalen Perspektive auf dieses Ereignis blicken, können wir nicht anders als zu sagen, dass diese Geburt ein Wendepunkt der Weltgeschichte war. Warum? Seitdem Gott im Kind von Bethlehem Mensch geworden ist, wissen wir endgültig, dass die Welt und jeder einzelne Mensch nicht mehr sich selbst überlassen sind. Gott hat in jener Nacht seine Liebe zu uns und sein Interesse an uns in einer Weise ausgedrückt, welche Menschen vorher selbst in den kühnsten Träumen nicht erwartet haben. Wir dürfen seit der Geburt Jesu Christi wissen: Gott ist da. Er ist da in jeder Krise, in jeder Angst, in jeder Not, in jeder Armut, in jedem Leiden. Welche Hoffnung ist uns mit diesem Wissen geschenkt! Alles Dunkle in unserer Welt und in unserem Leben ist damit aus einer verborgenen Mitte heraus erleuchtet. Freilich entbindet das Ereignis von Weihnachten uns nicht von der eigenen Verantwortung. Im Grunde sind wir herausgefordert, es Gott gleichzutun. Auch wir sollen in unseren Bereichen und nach unseren Möglichkeiten die Dunkelheit ein Stück weit heller machen. Dass dies gelingen kann, zeigen uns nicht nur große Vorbilder aus der Geschichte, sondern ebenso beeindruckende Menschen aus unserer Gegenwart. Oft leben solche Menschen in unserer unmittelbaren Nähe. Ihre Kennzeichen sind ein liebevolles Herz, eine helfende Hand und ein Lächeln im Gesicht. Lassen wir uns inmitten einer sorgenvollen Zeit die Freude an der gelebten Mitmenschlichkeit nicht nehmen. Das ist mein Wunsch zu Weihnachten für uns alle!

P. Martin Leitgöb
Geistlicher Beirat von Sdružení Ackermann-Gemeinde

 

Die Sdružení Ackermann-Gemeinde wünscht ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das neue Jahr viel Zufriedenheit und Gesundheit!

 
(Bild: Anbetung der Könige. Ausschnitt aus: Email-Altar des Nikolaus von Verdun. Stiftsmuseum Klosterneuburg.)