Studentendebatte mit P. Anton Otte zum Thema SUDETEN und ABSCHIEBUNG

13.07.2016 11:09

Die Sdružení Ackermann-Gemeinde, z. s. wurde von den Professoren des Gymnasiums Sázavská Prag angesprochen, ob sie den Studenten helfen könnte, den Begriff „Sudetenland“ kennenzulernen. Die SAG vermittelte daraufhin ein Gespräch mit unserem netten Repräsentanten P. Anton Otte, der von seinen eigenen Erinnerungen sprach. 

 

Hier können Sie einige Reaktionen und Bemerkungen der Studenten auf dieses Gespräch am 1. Juni lesen:

 

„Ein sehr angesehener Mann, P. Anton Otte, hat uns besucht. Er ist ein älterer Mann, der in eine deutsche Familie in Vidnava geboren wurde. Zuerst stellte er sich uns vor. Wir erfuhren, dass er ein tschechischer römisch-katolischer Pfarrer, päpstlicher Kaplan, Dekan und Probst ist. Er ist auch der Repräsentant der Ackermann-Gemeinde in Prag. Die SAG ist ein Bürgerverein, der sich den deutsch-tschechischen Beziehungen widmet. Am Anfang sprach Herr Otte über seine Kindheit, die Familie und erzählte von der Umgebung, wo er geboren ist. Als kleiner Junge hatte er eine sehr schwierige Kindheit, weil er Teil einer deutschen Familie war. Er hatte viele Geschwister, von denen er gleichzeitig viele Sachen lernen konnte. Als kleiner Junge erlebte er den zweiten Weltkrieg. Aus dieser Zeit hat Herr Otte keine gute Erinnerungen, weil er sich sehr gefürchtet hat. Trotz seines niedrigen Alter hat er alles wahrgenommen, was um ihn herum passierte, und er erinnert sich an vieles. Zum Beispiel ging er mit seinen Geschwistern in den Wald um ein Versteck zu suchen, in dem sie sich vor gefährlichen Situationen während des Krieges verbergen konnten. Dann erzählte er von seinem Studium nach dem Krieg, das wegen der deutschen Herkunft sehr kompliziert war. Nur wegen seiner Abstammung, bekam er keine Empfehlungen, um an Schulen zu studieren. Schließlich hat er die Mittelschule erfolgreich abgeschlossen, aber für die Universität bekam er keine Empfehlung. Nach der Schule arbeitete er, dann ging er aber nach Deutschland, wo er Theologie studierte. Es hat mich sehr überrascht, dass man jemandem das Leben verkomplizieren kann, nur aus dem Grund, dass er aus einer deutschen Familie stammt. Herr Otte ging seinen Träumen nach, schloss das Studium der Theologie ab und unterrichtete Religion. Unter anderem wurde er mit Tomáš Garrigue Masaryks Orden ausgezeichnet. Herr Otte ist immer noch ein vitaler Mann. Ich denke, dass Herr Otte froh war, dass sich die junge Generation für das Thema interessiert und dass er von seiner Kindheit und Erinnerungen erzählen konnte. Wir, als die Studenten des ersten Studienjahres, haben unsere Kenntnisse erweitert und wir erfuhren viel über die interresanten Beobachtungen von einem Mann, der viel erlebt hat.“

Barbora Černá, 1.A

 

„Vor einigen Tagen hatte meine Klasse das Glück, mit einem Mann zu sprechen, der selbt das Ende des zweiten Weltkrieges und die darauffolgende Zeit in den Sudeten erlebt hat. Es ist immer am besten von jemandem, der alles direkt erlebt hat, zu hören, wie es wirklich war, und sich nicht nur auf Medien und Bücher zu verlassen. Bis zu diesem Jahr habe ich nie viel über die tschechische Geschichte gelernt und auch allgemein mochte ich Geschichte nicht sehr. Also über die Sudeten habe ich nur wenig gehört... eigentlich wusste ich nichts. Es hat mich gefallen, dass Herr Otte seine konkrete Meinung zur Situation gesagt hat. Es war interessant zu hören, wie die gewöhnlichen Leute, die in keinem Epizentrum der Geschichte waren, aber die Geschichte selbst erlebt haben, über verschiedene Ereignisse sprechen: z. B. Umsiedlung, Unmöglichkeit die Schule zu besuchen, Schikane wegen der deutschen Abstammung usw. Er erzählte von seiner normalen Kindheit: von der Frau, die sehr leckere Kuchen gebacken hat und die sie deshalb gern hatten; von den Häusern, die er beim Umziehen gesehen hat; über die Zeit, als die Familie gebetet hat, wenn sie in Gefahr war. Er hat eigentlich gesagt, dass diese Gebete geholfen haben und dass er auch dank ihnen Priester geworden ist. Das war eine sehr interresante Debatte und ich bin froh, dass ich viele neue Sachen erfahren habe.“

Julia Okhrimenko 1.A

 

Andere Artikel und Kommentare zur dieser Debatte können Sie auf folgender Webseiten finden: http://gevo.cz/sazavska/na-sazavske-se-vzpominalo-na-odsun/