Tschechiens Kulturminister Daniel Herman besucht den Sudetendeutschen Tag in Nürnberg

17.05.2016 09:53

 

Mit Daniel Herman ist zum ersten Mal ein Minister der tschechischen Regierung zu einem Sudetendeutschen Tag entsand worden. Bei der Hauptkundgebung am Sonntagvormittag richtete Daniel Herman ein Grußwort an alle Teilnehmer. In seiner Rede ging er auf seine Motivation ein, sich für einen Dialog zwischen (Sudeten-)Deutschen und Tschechen einzusetzen. Aufgrund seiner Familiengeschichte sei es auch für ihn persönlich ein besonderer Moment. 

 

Sein Kernanliegen ist eine Abkehr vom Konzept der "Kollektivschuld". So betont Herr Herman, dass es einige Deutsche und Tschechen waren, die durch ihre Verbrechen, die Deutsch-Tschechischen Beziehung gestört und teilweise zerstört haben. In keinem Fall dürfe eine ganze Volksgruppe für schuldig erklärt werden. Kollektivschuld sei das Ergebnis von Hass, der nicht Gerechtigkeit sondern Rache zum Ziel hat. Gleichzeitig lobt er den Einsatz vieler, die im Wissen ihrer Verantwortung und Geschichte Brücken des Dialogs zwischen den beiden Ländern schlagen. Außerdem bedankt er sich bei den Sudetendeutschen und deren Nachfahren für die Hilfe beim Aufbau und der Erhaltung des gemeinsamen kulturellen Erbes. 

 

Das Ende seiner Rede wurde durch stehende Ovationen der vielen Zuhörer begleitet. Auch die folgenden Redner, der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bernd Posselt sowie der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer sprachen von einem historischen Ereignis.

 

Die vollständige Rede von unserem Vorsitzenden Kulturminister Herman können Sie hier herunterladen.