XXIX. Brünner Symposium „Dialog in der Mitte Europas“ 2020

20.02.2020

Sehr geehrte Damen und Herrn,

die Ackermann-Gemeinde und die Bernard Bolzano Gesellschaft laden gemeinsam mit der Stadt Brünn herzlich ein zur Konferenz

XXIX. Brünner Symposium "Dialog in der Mitte Europas"

mit dem Thema

"Zwei Europas? Worüber und warum wir keine gemeinsame Sprache finden können"

vom 3. bis 5. April 2020 in Brünn/Brno.

1989/90 beendeten die gewaltfreien Revolutionen die jahrzehntelange Teilung Europas. Deutschland, das bis dahin durch eine fast unüberwindbare Grenze geteilt war, konnte sich vereinigen - und die mittel- und osteuropäische Länder kamen in vielerlei Hinsicht ihm näher. Insbesondere die Nachbarschaft mit der Tschechischen Republik hat sich intensiviert, und der Austausch und der Dialog wurden (und werden) auf vielen Ebenen geführt. Das allmähliche Annäherung der mittel- und osteuropäischen Länder und des früheren Kerns der europäischen Integration schien ein konti­nuierlicher Prozess zu sein.

Das hat sich aber geändert. Es entstand in den letzten Jahren immer mehr der Eindruck, dass in den westlichen und in den östlichen EU-Ländern ganz unterschiedliche Einstellungen zu sehr grund­sätzlichen Fragen bestehen. So blicken die Visegrad-Staaten verständnislos auf die in Deutschland angestrebte Energiewende und die neue ökologische Klimabewegung. Auch das Thema Migration und die damit verbundene Diskussion um Werte wie Humanität und Offenheit sowie nationale Identität und Sicherheit haben eine Spaltung des Kontinents zu Tage befördert. Wann und warum ist diese Kluft entstanden? Sah es nicht lange danach aus, dass nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sich die Gesellschaften und ihre Denkmuster annähern?

Beim diesjährigen Brünner Symposium sollen die unterschiedlichen gesellschaftlichen Präferenzen und die Vorstellungen von dem, was "richtig und falsch" oder gar "gut oder böse ist", beleuchtet werden. Sicher sind die Langzeitwirkungen der kommunistischen Ära ein Teil der Antwort, warum es ein fehlendes Vertrauen in den Staat und in die demokratischen Strukturen gibt. Aber dies erklärt nicht, warum es auch in den westlichen Ländern ein immer größeres Misstrauen in die Demokratie besteht, wie das Erstarken extremistischer Parteien zeigt. Wie kann etwas Positives und Zukunfts­gerichtetes gegen die verbreitete Angst vor Veränderung und dem Unbekannten gesetzt werden?

Für das Miteinander in der Mitte Europas ist es wichtig, zu wissen, warum es zu bestimmten Haltungen und Entwicklungen in den jeweils anderen Ländern kommt. Dazu will der diesjährige "Dialog in der Mitte Europas" beitragen. Die Auseinander­setzung mit den genannten Fragen geschieht dabei vor dem Hintergrund der Erfahrungen der deutsch-tschechischen und mitteleuropäischen Beziehungen der letzten Jahrzehnte sowie der Tradition der Brünner Symposien. Der Dialog geschieht dabei in einer offenen und durch gegenseitigen Respekt geprägten Haltung. So wird er seit über 25 Jahren in Brünn/Brno und Iglau/Jihlava gepflegt und hat uns schrittweise vorangebracht.

Sie sind auch in diesem Jahr herzlich eingeladen, sich aktiv durch Beiträge zu beteiligen.

Wegen der notwendigen Planung bitten wir Sie sehr herzlich, Ihre Teilnahme möglichst umgehend, jedoch spätestens bis zum 8. März 2020 online: https://www.ackermann-gemeinde.de/dialog2020.html verbindlich anzu­melden. Die Teilnehmerkapazitäten sind begrenzt.

Mit dieser Einladung senden wir Ihnen das vorläufige Programm.

Vorbehaltlich der ausstehenden Förderrichtlinien der Geldgeber für 2020 ist von den Teilnehmern aus Deutschland und Österreich ein Betrag in Höhe von 70 € pro Person (Schüler und Studenten 35 €; tschechische Teilnehmer 900 CZK / 400 CZK) als Beteiligung an den Unterkunfts- und Verpflegungs­kosten zu entrichten.

Nähere Angaben zu Tagungsort, Anreise und weiteren organisatorischen Fragen erhalten Sie mit der Anmeldebestätigung.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme in Brünn.

Für die Veranstalter

Martin Kastler MdEP a.D.
Bundesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde

- Das Symposium findet statt mit Unterstützung der Stadt Brünn und unter der Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin Dr. Markéta Vaňková und des Hauptmannes des Südmährischen Kreises Dr. Bohumil Šimek. -

Wir danken für die Förderung dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (Berlin), dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (Prag) und der Stadt Brünn/Brno.