Erste Diskussion Online!

Thema des Abends: "WELCHE VOR/NACHTEILE BRINGT UNS DIE EU?"

Am Mittwoch, dem 11. November 2020, fand in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung und dem Institut für Europäische Politik (EUROPEUM) unsere erste Online-Debatte zum Thema "Welche Vorteile bietet uns die EU?" über die Zoom-Plattform statt. 

Das EUROPEUM wurde 1998 gegründet und begleitete die Zeit vor dem Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union. Das damalige Ziel war es, Veranstaltungen & das Leben in Prag und in Brüssel miteinander zu verbinden. Nachdem die Tschechische Republik Mitglied der EU geworden war (1. Mai 2004), änderte sich die Rolle des EUROPEUMs - heute ist es eine Denkfabrik, die an verschiedenen Studien zu Themen im Zusammenhang mit der europäischen Politik und dem Leben in der EU und den Mitgliedstaaten teilnimmt. Außeranderem liefert es Daten für die Medien sowie Konsultationen oder Analysen für Politiker und verfügt über eigene Experten zu verschiedenen Themen. Zu den beliebten Aktivitäten von EUROPEUM gehört beispielsweise das "Café Europa" (ein Zyklus verschiedener Debatten mit ExpertInnen oder PolitikerInnern). Die Organisation veröffentlicht auch eigene Forschungsergebnisse (in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern und den USA).

Gemeinsam mit erfahrenen Experten aus dem EUROPEUM, Martin Vokálek, Vít Havelka und Tereza Masopustová haben wir nicht nur über die Vor- und Nachteile der EU gesprochen, sondern auch darüber, wie beispielsweise über europäische Themen kommuniziert werden kann.

Mit Dozenten haben wir verschiedene Aspekte dieser Themen untersucht, diskutiert, wie sie sich im täglichen Leben der Menschen manifestieren, und interaktive Abstimmungen (z. B. zum Thema Einführung des Euro als gemeinsame Währung) oder unsere Argumentationsfähigkeiten ausprobiert.

Ein interessanter Teil dieser Sendung war auch die Präsentation der Ergebnisse, wie Tschechen einzelne Themen wahrnehmen (von "wichtig" zu "unwichtig"). Es stellt sich zum Beispiel heraus, dass die Möglichkeit, frei ins Ausland zu reisen oder zu studieren, nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung wichtig ist. Im Gegenteil, eine große Gruppe von Menschen sieht Sicherheit, Migrations- und Außengrenzenkontrolle als die wichtigsten Themen an. Es ist jedoch nicht klar, welchen Einfluss der aktuelle mediale/politische Diskurs in der Tschechischen Republik hat oder ob das "nur" die Grundbedürfnisse der Menschen sind... Bisher gibt es keine Studie in allen EU-Ländern, die einen Vergleich ermöglichen würde.

Während des Abends wurden mehrere Argumente für und gegen die EU vorgebracht, die gut sind, um über ihre Wirksamkeit und Legitimität nachzudenken und sie zu überprüfen. Tatsache ist, dass wir seit der europäischen Gemeinschaft (die später zur EU wurde) als Europäer keinen bewaffneten Konflikt mehr erlebt haben. Dies ist die längste Friedensperiode in der Geschichte Europas (ungefähr 70 Jahre), die der Kontinent jemals erlebt hat - und es ist nicht gerade der "kleinste" Erfolg, der der europäischen Integration zugeschrieben werden kann.

Jüngere Teilnehmer haben meist eine positive Wahrnehmung der Möglichkeit, im Ausland zu studieren, ohne komplizierte Visabestimmungen zu reisen, fast überall und in jedem Bereich zu arbeiten, Erfahrungen zwischen Ländern & Menschen auszutauschen, ...

Ältere Redner begrüßten auch die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten, ärmere Regionen zu unterstützen (Solidarität, Entwicklung von Randgebieten), Investitionen sowie Innovationen, das schützen der Umwelt (einschließlich beispielsweise Dürrekontrolle und Wiederbelebung klimaresistenterer Landschaftsfunktionen) und den freien Markt (Geschäfte oder Einkäufe ohne Beachtung der Landesgrenzen).

Die negativen Aspekte, nämlich der Verlust der nationalen Identität und der traditionellen Werte, wurden ebenfalls ausführlich erörtert. Dies ist ein großes Thema für viele Menschen in der Tschechischen Republik, obwohl die europäischen Werte - anders als die "tschechischen" (!) - in der EU Charta klar definiert sind. Nach dem Auseinandersetzen damit kann festgestellt werden, dass die Werte, die das Ziel der EU und der "Tschechen" sind, wahrscheinlich nicht in Konflikt stehen...

Als Veranstalter haben wir uns sehr über die große Teilnahme (nicht nur aus den Reihen von Spirála und SAG!) an unserer ersten Online-Live-Übertragung gefreut - es war toll, Sie zumindest auf diese Weise "virtuell" zu treffen und wichtige und aktuelle Themen zu diskutieren, die uns direkt betreffen!

Wir möchten Sie zu unserer nächsten Debatte einladen, die am Mittwoch, dem 18. November um 19:00 Uhr zum Thema "Leben in Demokratie und/oder Totalitarismus?" mit Petr Pazdera Payne und David Vereš stattfinden wird. Der Raum ist ab 18:45 Uhr geöffnet, sodass sich jeder rechtzeitig einloggen kann.

Sie können sich erneut über unser Online-Formular auf dieser Website anmelden: https://www.ackermann-gemeinde.cz/online-formular-sag/ oder per E-Mail an sdruzeni@ackermann-gemeinde.cz. Am Tag der Sendung erhalten Sie von uns einen Link, über den Sie der Sendung beitreten können.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere E-Mail-Adresse: kostrizova@ackermann-gemeinde.cz. oder sdruzeni@ackermann-gemeinde.cz.

Wir danken der Hanns-Seidel-Stiftung für ihre Unterstützung und allen unseren Gästen und Zuschauern für Ihre Bereitschaft zur Teilnahme.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim nächsten Mal.
Ein schönes Wochenende wünschen wir Ihnen!